Mit Ausnahme von Kopf und Armen ist Körperbehaarung insbesondere unter jungen Frauen absolut verpönt. Wer ständig eine glatte Haut haben möchte, hat dazu eine ganze Vielzahl an Möglichkeiten. Neben dem klassischen Rasieren, wodurch oft ein Pickel nach Rasur entsteht, gibt es immer wieder neue Methoden wie beispielsweise das Epilieren, Wachsen oder die Entfernung der Haare mittels Laser. Zwar verschaffen bis auf die klassische Rasur sämtliche Methoden auch über einen längeren Zeitraum einen haarfreien Körper, allerdings ist dies in der Regel mit teilweise ziemlich starken Schmerzen verbunden. Seit geraumer Zeit hält nun aber in Deutschland eine hierzulande neue Methode Einzug, die die dauerhafte Haarentfernung gänzlich ohne Schmerzen ermöglicht. Hierbei handelt es sich um das sogenannte Sugaring.

Haarentfernungsmethode aus dem Mittleren Osten

sugaring für Haarentfernung

Wenn ihr das erste Mal vom Sugaring hört, dann liegt mitunter der Verdacht nahe, dass es sich hierbei wieder einmal um eine neumoderne „Erfindung“ aus Hollywood handelt, die für Unsereins ziemlich unorthodox scheint. Dies ist aber ganz und gar nicht der Fall, im Gegenteil. In vielen arabischen Ländern sowie in Teilen Asiens dient diese Methode schon seit mehreren hundert Jahren als effektiv und anerkannt zur Haarentfernung. Doch was verbirgt sich denn nun genau hinter dieser Haarentfernungsmethode? Hierzu kommt eine Art Zuckerpaste zum Einsatz, die das Entfernen der Haare schmerzfrei und dauerhaft möglich macht. Im Gegensatz zu anderen Varianten gibt es keine klassischen Nebeneffekte wie beispielsweise dem Pickel nach Rasur. Vielleicht ist euch diese Variante auch schon einmal zufällig ins Auge gestochen bei einem eurer Türkei oder Arabien-Aufenthalte. In vielen Hamams hat das Sugaring nämlich eine sehr umfangreiche Tradition und wird dort sehr gerne von den einheimischen Kunden in Anspruch genommen.

Sugaring – sanfte Haarentfernung mit der Zuckerpaste

mit der zuckerpaste enthaarenGehen wir nun ein bisschen näher auf die Anwendung und den Ablauf an sich ein. Bevor der eigentliche Prozess beginnt, erfolgt eine Reinigung der jeweiligen Hautstellen mithilfe einer alkoholhaltigen Lotion sowie dem anschließenden abpudern. Dies dient als vorbeugende Maßnahme, um mögliche Entzündungen der Haarwurzel zu vermeiden. Nach der Reinigung geht es nun an den eigentlichen Vorgang. Die hierfür notwendige Zuckerpaste kaufen muss zunächst durch kneten auf eine Temperatur gebracht werden, die für den Körper und die Haut als angenehm empfunden wird. Da das Kälte- bzw. Wärmempfinden von Person zu Person variiert, macht es Sinn ab und zu ein wenig der Zuckerpaste auf die Haut zu halten, um die ideale Temperatur zu finden. Als nächster Schritt kommt die Paste gegen die Wuchsrichtung der Haare auf die Haut. Zum Abschluss folgen jeweils ruckartige Bewegungen in Wuchsrichtung der Haare, wodurch die Paste samt aller Haare entfernt wird. Selbst schmerzempfindliche Personen lassen diese Methode gerne über sich ergehen, da es wie gesagt nicht nur für eine gründliche haarfreie Haut sorgt, sondern das Schmerzempfinden währenddessen im Bereich von Null liegt. Mehr als ein kurzes Ziepen beim Entfernen der Zuckerpaste ist für dich dabei nicht zu spüren.

 

Schmerzfreie Alternative zum Waxing

In unseren Kreisen ist bis dato noch eher eine Waxing-Behandlung deutlich populärer, wenn es um die dauerhafte Haarentfernung geht. Auch wenn das Sugaring an und für sich noch nicht den gleichen Stellenwert in Deutschland genießt, so ist diese Methode zurecht im Kommen. Vom Prozedere her unterscheiden sich die beiden Haarentfernungsmethoden auf den ersten Blick kaum, doch der Unterschied liegt her im Detail. Denn nicht umsonst ist diese arabische Technik deutlich schmerzfreier als das vergleichbare Waxing.

Wahrscheinlich habt ihr euch jetzt auch schon die ganze Zeit gefragt, was denn das „Geheimnis“ dahinter ist. Nun, der wesentlichste Unterschied ist mit Sicherheit jener, dass im Gegensatz zum Waxing die Haare in der Wuchsrichtung aus der Haut gezogen werden. Daher verursacht das Sugaring nicht nur weniger Schmerzen, sondern auch unangenehme Nebenerscheinungen wie Entzündungen der Haarwurzeln oder Rötungen nach der Behandlung sind eine absolute Seltenheit. Es gibt aber auch noch einen zweiten generellen Unterschied, der deutlich für diese Methode spricht. Während das beim Waxing verwendete Wachs nämlich nicht nur die Haare, sondern auch Teile der lebenden Hautzellen miteinbezieht, konzentriert sich der Vorgang des Sugarings ausschließlich auf die kleinen Härchen. Dies ist eben der ganze Grund, warum so gut wie keine Schmerzen auftreten. Diese Anwendungen versprechen bereits ab einer Haarlänge von nur drei Millimetern vollen Erfolg und sorgen dafür, dass über einen längeren Zeitraum die Haare an den betroffenen Körperstellen nicht mehr nachwachsen. Zwar ist die Methode deutlich schmerzfreier als andere Epilierungsmethoden, dennoch gibt es in Sachen Gründlichkeit überhaupt keine Unterschiede. Auch hier dürfen sich Anwenderinnen und Anwender danach über eine glatte Haut freuen, die sich wie eine Babyhaut anfühlt.


Warum ist das Sugaring die richtige Variante für euch?

Wie bereits etwas weiter oben erwähnt, bereitet der Prozess keine wirklichen Schmerzen und ist somit wesentlich besser aushaltbar als vergleichbare Methoden zur dauerhaften Haarentfernung. Weiters verzichtet das Sugaring komplett auf irgendwelche chemischen Produkte, da für die dafür verwendete Zuckerpaste neben Wasser und Zucker ausschließlich Zitronensaft enthält. Aus diesem Grund empfiehlt sich diese Methode ebenso für Männer und Frauen, die schnell allergische Reaktionen zeigen oder mit Hautproblemen wie Krampfadern oder dergleichen zu kämpfen haben. Es handelt sich um eine schonendere Variante im Vergleich zu anderen Varianten und zieht die jeweiligen Hautstellen nicht so stark in Mitleidenschaft. Ebenso empfehlenswert ist das Sugaring für Personen, die unter unreiner Haut leiden bzw. unter schneller Pickelbildung leiden.


Sugaring: So stellt ihr die Zuckerpaste selbst her

Zwar bieten auch in Deutschland immer mehr Institute und Anbieter das sogenannte Sugaring an, aufgrund der leichten Erzeugung ist es für euch auch kein allzu großes Problem die Zuckerpaste selbst herzustellen und die Anwendung gemütlich in den eigenen vier Wänden vorzunehmen. Hierzu wird lediglich jeweils eine Tasse Wasser und Zucker sowie der Saft einer halben Zitrone benötigt.

Nachdem ihr die drei Zutaten beisammen habt, kommen diese in einen Topf und werden dort langsam zum Aufkochen gebracht. Die Zuckerpaste hat dann die richtige Konsistenz, wenn diese eine goldgelbe Farbe angenommen und sich sirupartig anfühlt. Prinzipiell ist das ein recht einfacher Prozess, dennoch kann es ab und zu passieren, dass der richtige Zeitpunkt verpasst wird. In einem solchen Fall muss die Masse dennoch nicht entsorgt werden, sondern kann durch zusätzlichen Zucker oder Zitronensaft in die richtige Form gebracht werden. Bevor das Sugaring beginnt, ist es wichtig die Zuckerpaste erstmal einige Zeit stehen zu lassen, da diese ansonsten zu heiß ist und die Haut in Form von Verbrennungen schädigen könnten.

Nach dem Auskühlen geht es nun ans Auftragen der Zuckerpaste. Dies funktioniert am besten sanft mit einem oder zwei Fingern entgegen der Haarwuchsrichtung. Sobald die Masse mit den Haaren entsprechend verklebt ist, lässt sich diese durch ruckartiges Abreißen wieder entfernen. Wer möchte, kann diesen Vorgang anstelle der Finger auch mit einem dünnen Stoffstreifen durchführen. Dieser würde nach dem Auftragen auf die Paste aufgelegt und festgestrichen werden. Ganz unabhängig davon für welche der beiden Varianten ihr euch entscheidet, was die Schmerzen und die Gründlichkeit der Haarentfernung betrifft, gibt es keinerlei Unterschiede.